Das jüdische Mahnmal

Der Gedenkstein
Das neue Mahnmahl
Die Tafel vor dem Mahnmal
Tafeln mit den Namen der jüdischen Bürger Hamelns

Bereits im Jahr 1946 beantragt der Hamelner Hans Fischer bei der Stadtverwaltung, die den Platz, an der die Synagoge gestanden hatte, als Garten verpachtet hat, eine Auflösung des Pachtvertrages und eine würdige Herrichtung des Platzes mit einer Gedenktafel, die auf die ehemalige Synagoge und die Geschehnisse des 9. und 10. November 1938 hinweist. Obwohl der Friedhofsausschuss dem Antrag zustimmt, geschieht lange Jahre nichts. Noch 1950 findet Dr. Ernst Katzenstein, bis 1933 Rechtsanwalt in Hameln, in der Bürenstraße einen Gemüsegarten vor. Selbst am 9. November 1963, 25 Jahre nach der Zerstörung der Synagoge, ist kein Hinweis darauf vorhanden. An der Stelle der Synagoge befindet sich ein Kinderspielplatz. Erst am 26. November 1963 wird ein Gedenkstein errichtet, der Spielplatz bleibt erhalten. Der Gedenkstein trägt die Inschrift:

Menschen verstummen - Steine reden immer. Zum Gedenken an den Untergang der jüdischen Gemeinde Hameln in den Jahren 1933-45.

Die Inschrift geht zurück auf eine Anregung von Moses Keyser, der bis zu seiner Auswanderung 1934 Besitzer eines Schuhgeschäftes an der Ecke Bäcker- / Fischpfortenstraße (heute Gebäude Reisebüro Strickrodt) war.

Anfang 1980 erhält der Platz an der Bürenstraße, an dem die Synagoge gestanden hat, durch Ratsbeschluss offiziell den Namen "Synagogen- platz". Auch das Mahnmal erfährt 1980 eine Umgestaltung: die ein- fassende Buchenhecke wird durch eine Sandsteinmauer ersetzt. Bis zu seiner vollkommenen Neugestaltung 1996 bleibt es jedoch unverändert .

Die Neugestaltung wird ab 1994 initiiert von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, da das alte Mahnmal nicht mehr zeitgemäß ist - ein "Gedenkstein ohne Gedächtnis" .Ebenfalls bemängelt wird das Verschwinden des Mahnmals im Straßenbild und das Fehlen eines Hinweises auf die Synagoge.

Anfang 1995 sind die ersten Ideen für die Neugestaltung geboren, die durch einen Künstlerwettbewerb konkretisiert werden sollen. Die Stadt Hameln stellt gut die Hälfte der geplanten Kosten für die Neugestaltung zur Verfügung, der Rest wird hauptsächlich durch Spenden der Hamelner Bevölkerung und durch verschiedene Benefizveranstaltungen aufgebracht.

Im Juni 1995 wird das Modell des hannoverschen Künstlers Hans- Jürgen Breuste, der als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen war, vorgestellt. Im Mal 1996 beginnen dann die Arbeiten zur Umgestaltung des Synagogenplatzes und für die Aufstellung des neuen Mahnmals, das aus einer zerborstenen Stahlsäule und fünf Stahltafeln besteht, auf denen die Namen derjenigen jüdischen Menschen festgehalten sind, die nach 1933 aus Hameln vertrieben, in den Selbstmord getrieben, deportiert und ermordet wurden.

Am 30.August 1996 wird im Beisein von ehemaligen jüdischen Bürgern Hamelns, die den Holocaust überlebt haben, das neue Mahnmal feierlich eingeweiht.


 
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